Mit „Gott, man lobet dich in der Stille zu Zion“ (TVWV 14:12) komponiert Georg Philipp Telemann eine Kantate zum Friedensschluss von Hubertusburg. Sie wird in einer schulischen Aufführung zur Umrahmung einer lateinischen Rede dargeboten. Wieder einmal bleibt Hamburg von den Schrecken des Krieges verschont, diesmal ist es der Siebenjährige Krieg. Nach dem Friedensschluss zwischen Österreich, Sachsen und Preußen feiert man am 15. Mai 1763 ein offizielles Dankfest, in dessen Rahmen am 17. Mai 1763 der akademische Festakt mit Telemanns zweiteiligem Sing-Gedicht stattfindet.
Telemanns Komposition, die mit einem „Ehre sei Gott in der Höhe“ endet, preist die göttliche Macht, erinnert an die Schrecken des Krieges und artikuliert Hoffnung auf eine friedvolle Zukunft. Der Fokus liegt auf der Stadt Hamburg, die als verschont gebliebene Stadt besonderen Grund hat, den Frieden zu besingen und ein Danklied anzustimmen.
Außergewöhnlich ist, wie das hier entfaltete Friedensszenarium mit einem geschäftigen Stadtleben verbunden wird. So kontrastiert die drastische Klage um verwüstete Städte und gefallene junge Krieger (6. Arie, Flauto traverso I und II) mit einem Rezitativ, welches als Zeichen des Friedens das alltägliche Leben in der sicheren Stadt rühmt, wo Kinder fröhlich spielen und vom Meer her Schiffshupen ertönen.
Der weitere Verlauf des Stücks richtet den Blick zunächst auf den europäischen Friedensschluss, dessen Vollzug durch das Bild von der Schließung des Janus-Tempels veranschaulicht wird, ehe sich die Argumentation in transzendierender Perspektive auf den durch Christi Tod gestifteten Frieden zuspitzt. Der Schluss des Stücks transformiert infolgedessen das weltliche Friedensereignis in den göttlichen Frieden der Doxologie und schließt mit einem „Ehre sei Gott in der Höhe!“.
SEH