Friedensrepräsentationen
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Einem Großteil der hier vorgestellten Friedensrepräsentationen liegt die Annahme zugrunde, dass der erreichte Friede nicht Menschenwerk ist, sondern auf Gott zurückgeht. Eine religiöse Ausdeutung des Friedens unter Verwendung christlicher Symbolik und biblischer Bezüge findet sich in einer Vielzahl von Objekten. Dabei lassen sich über die Jahrhunderte hinweg jedoch wechselnde Akzentuierungen in Wort und Bild feststellen.

Während des Dreißigjährigen Kriegs richtet sich das Flehen um Frieden in sprachlicher und bildlicher Gestalt an Gott; in manchen Fällen wird Christus selbst als Handelnder dargestellt. Vor Abschluss der Verhandlungen von Münster und Osnabrück dominiert die Mahnung zu gottgefälligem Verhalten, während nach Abschluss der Verhandlungen und bei den reichsweiten Friedensfesten 1650 die Dankbarkeit im Mittelpunkt steht: Der Friede wird als direkte Gottesgabe visualisiert, die Feiern sind als Dankfeste inszeniert, und für die anbrechende Friedenszeit werden Visionen einer neuen, gottgewollten Ordnung formuliert.

Im Laufe des 18. Jahrhunderts wandelt sich die Perspektive auf den Friedensschluss: Zwar wird, natürlich besonders in den Predigten, auch weiterhin der Frieden als göttliche Gabe betont, doch daneben treten die Herrscher als Akteure stärker in den Vordergrund. Nach Abschluss des Friedens von Hubertusburg 1763 lässt sich in einigen Quellen sogar erkennen, dass die Rolle Gottes als Urheber dieses überraschenden und nicht jedem willkommenen Friedensschlusses gegen das Empfinden des Publikums plausibel gemacht werden musste.

HPJ