Friedensrepräsentationen
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Die Beischrift des Kupferstiches (Siehe Transkription) erläutert das Dargestellte sehr treffend, daher bedarf es keiner zusätzlichen Erfassung des Bildgegenstandes. Die von Bild und Text getroffene Aussage allerdings offenbart sich erst bei genauerem Hinsehen.

Nach dem Bittgedicht für Frieden an Gottvater wird das Titelkupfer mit der Zeile "Friede zum Neuen Jahr 1763" überschrieben. Der Titel legt nahe, dass es sich bei dem Flugblatt um ein Neujahrsblatt handelt, welches zum Jahreswechsel 1762/63 gedruckt wurde und das einen baldigen Frieden ersehnt. In der Tat standen die Vorzeichen gut, dass sich die Beziehungen zwischen Sachsen, Preußen und Österreich bald entspannen sollten. Die Schlacht bei Freiberg am 29. Oktober 1762 war die letzte militärische Auseinandersetzung zwischen den Beteiligten, in welcher Preußen unter der Führung von Prinz Heinrich siegte und Sachsen von Österreich befreien konnte.

Doch wie der Stich zeigt, sind noch nicht alle Gebiete befriedet und die Regionen, in denen der Krieg gewütet hat, sind verwüstet und von Ruinen gekennzeichnet, außerdem befand sich Sachsen weiterhin unter Preußischer Besatzung. Während erste Friedensanzeichen auf der rechten Bildseite leise hoffen lassen, ziehen links im Bild die letzten Truppen ab, unter denen vereinzelt noch Kampfwütige zu sein scheinen. Wehmütig sitzt Pax daher mit ihrem Ölzweig auf den zerstörten Waffen und sehnt sich nach einer offiziellen Friedenserklärung der Konfliktparteien, damit das Land zu alter Prosperität zurückfindet. Sie hofft dabei auch auf die Hilfe durch den König, der dem Land "Beständigen Frieden und blühenden Stand" gönnen soll. Unklar bleibt dabei, ob der König in Preußen Friedrich II. oder der polnische König und Kurfürst von Sachsen Friedrich August gemeint ist.

MATW